Neue Software braucht einen Ort, an dem sie läuft. Heute gibt es drei Möglichkeiten: der eigene Server, ein gemieteter Server im Rechenzentrum eines deutschen Hosters oder die Cloud eines großen Anbieters wie Microsoft, Amazon oder Google.

Die Frage kommt im Gespräch meist spät, wenn die Software schon halb entschieden ist. Sie gehört früher, denn der Ort bestimmt, wer sich kümmert, wer von außen herankommt, wo Ihre Daten liegen und was bei einem Ausfall passiert.

Die drei Möglichkeiten

Eigener Server im Haus

Ein Rechner in Ihrem Betrieb, im Serverraum oder im Schrank neben dem Kopierer. Sie oder Ihr IT-Dienstleister kümmern sich um alles: Strom, Kühlung, Betriebssystem, Updates, Backups, Ersatz bei einem Defekt. Die Daten verlassen das Haus nicht, und der Weg zu den anderen Systemen im Haus - ERP, Dateiablage, Maschinen - ist kurz.

Rechenzentrum eines deutschen Hosters

Bei Anbietern wie Hetzner, IONOS oder Strato mieten Sie einen Server oder einen Teil davon. Um Strom, Netz und Hardware kümmert sich der Hoster; um Betriebssystem, Updates und Backups meist weiterhin Sie oder Ihr Dienstleister. Die Daten liegen in Deutschland, die Software ist von überall erreichbar.

Cloud eines großen Anbieters

Microsoft Azure, Amazon Web Services oder Google Cloud vermieten keine Rechner, sondern Dienste: eine Datenbank, einen Speicher, eine Umgebung, in der die Software läuft. Der Anbieter übernimmt weit mehr vom Betrieb, und die Dienste wachsen mit. Dafür wird nach Nutzung abgerechnet, die Region für Ihre Daten wählen Sie selbst, und der Anbieter hat seinen Sitz außerhalb Europas.

Der Vergleich auf einen Blick

Im Haus Deutscher Hoster Große Cloud
Hardware Sie der Hoster der Anbieter
Betriebssystem, Updates, Backups Sie oder Ihr Dienstleister meist Sie oder Ihr Dienstleister teils der Anbieter, teils Sie
Erreichbar von außen nur über einen gesicherten Zugang ins Haus ja ja
Weg zu den Systemen im Haus direkt über eine gesicherte Verbindung über eine gesicherte Verbindung
Wo die Daten liegen bei Ihnen in Deutschland in der gewählten Region, beim Anbieter
Bei einem Defekt Sie beschaffen Ersatz der Hoster tauscht der Anbieter, meist unbemerkt

Fünf Fragen, die den Ort entscheiden

Wer kümmert sich um Updates und Backups?

Betriebssysteme bekommen Sicherheitsupdates, Backups müssen laufen und geprüft werden, Festplatten gehen kaputt. Wer macht das bei Ihnen: ein Mitarbeiter, Ihr IT-Dienstleister, der Hoster? Beim eigenen Server ist die Antwort am häufigsten „irgendwer“, und das ist keine. Klären Sie sie vor dem Start - mehr dazu in Software nach dem Start.

Wer muss von außen heran?

Der Außendienst mit dem Handy, der Monteur beim Kunden, Kollegen im Homeoffice, Kunden über ein Portal. Sobald jemand außerhalb des Hauses mit der Software arbeitet, muss sie erreichbar sein. Beim Server im Haus heißt das: Sie öffnen Ihr Netz nach außen, mit allem, was dazugehört. Beim Hoster und in der Cloud steht die Software ohnehin draußen - dort ist der Weg ins Haus der Teil, der gesichert werden muss. Ein Kundenportal gehört fast immer nach draußen.

Welche Daten liegen darin?

Kundendaten, Personaldaten, Konstruktionszeichnungen, Rezepturen. Wo diese Daten liegen dürfen und welcher Vertrag mit dem Anbieter dazugehört, gehört geprüft - sprechen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, bevor Sie sich festlegen.

Mit welchen Systemen im Haus muss sie sprechen?

ERP, Warenwirtschaft, die Waage im Lager, die Maschinen in der Fertigung, die Telefonanlage. Soll die neue Software mit diesen Systemen Daten austauschen, ist Nähe ein Vorteil. Von außen braucht es eine gesicherte Verbindung ins Haus und eine Schnittstelle, die das System nach Möglichkeit anbietet. Läuft Ihr ERP selbst schon beim Hoster oder in der Cloud, dreht sich das Bild.

Was passiert bei einem Ausfall?

Fällt der Server im Haus aus, steht die Software, bis Ersatz da ist - wer hat den, und wie schnell? Fällt Ihre Internetleitung aus, ist die Software beim Hoster nicht erreichbar, die im Haus schon. Fällt der Cloud-Anbieter aus, können Sie nichts tun außer warten. Keiner der drei Orte ist ausfallsicher; sie fallen nur anders aus. Wichtig ist, dass Sie vorher wissen, was dann geschieht und wer anruft.

Mischformen sind normal

In der Praxis ist es selten eins von dreien. Das ERP läuft im Haus, das Kundenportal beim Hoster, die Dateien in SharePoint. Oder die Software läuft beim Hoster, und das Backup liegt zusätzlich im Haus. Mischformen sind kein Zeichen von Unentschlossenheit, sondern oft die passende Antwort: Jeder Teil läuft dort, wo es für ihn sinnvoll ist.

Der Zusammenhang mit KI

Wer KI-Sprachmodelle mit eigenen Dokumenten nutzen will, steht vor derselben Frage noch einmal. Läuft das Modell beim Anbieter, gehen die Texte dorthin. Läuft es im Haus oder beim deutschen Hoster, bleiben sie dort, wo die übrigen Daten auch liegen. Ein eigener Server mit passender Hardware kann beides übernehmen: die Software und das Modell. Wie das im Betrieb aussieht, steht in KI im eigenen Haus betreiben.

Fragen vor der Entscheidung

  • Wer betreut heute Ihre Server, und hat er dafür Zeit?
  • Wer arbeitet außerhalb des Hauses mit der Software?
  • Welche Daten liegen darin, und was sagt Ihr Datenschutzbeauftragter dazu?
  • Mit welchen Systemen im Haus muss sie Daten austauschen?
  • Was passiert bei einem Ausfall, und wer kümmert sich?

Der Ort lässt sich später ändern, aber nicht umsonst. Wer die Fragen vor dem Start beantwortet, spart sich den Umzug. Wir legen den Ort nicht vorab fest, sondern besprechen ihn mit Ihnen im Erstgespräch - unsere Software ist darauf vorbereitet, an jedem der drei Orte zu laufen.