Wer über eine eigene Anwendung nachdenkt, hat meist schon einiges ausprobiert: Tabellen, ein zusätzliches Programm, vielleicht eine Erweiterung im vorhandenen System. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem das nicht mehr reicht. Und dann kommen die Zweifel, ob eine eigene Software wirklich der richtige Weg ist.
Drei Fragen hören wir dabei immer wieder. Dieser Beitrag beantwortet sie so, wie wir es auch im Gespräch tun: ohne Werbeversprechen und mit dem Hinweis, wann eine eigene Anwendung nicht die beste Lösung ist.
Ist ein Standardprodukt nicht günstiger?
Für viele Aufgaben ja. Buchhaltung, Lohnabrechnung, E-Mail oder Terminplanung sind in fast jedem Unternehmen ähnlich. Dafür gibt es ausgereifte Programme, die günstiger und schneller verfügbar sind als jede Eigenentwicklung. Es wäre unklug, so etwas neu zu entwickeln.
Anders sieht es bei dem Teil Ihrer Arbeit aus, der Sie von anderen unterscheidet: eine besondere Kalkulation, eine Freigabe nach eigenen Regeln, ein Ablauf zwischen Vertrieb, Lager und Kundschaft, den so niemand sonst hat. Hier passt ein Standardprodukt oft nur mit Umwegen. Die Kosten dieser Umwege tauchen auf keiner Rechnung auf. Sie stecken in doppelten Eingaben, in Nachfragen und in Listen, die jemand neben dem System pflegt.
Deshalb prüfen wir zuerst, ob eine Konfiguration oder eine Anbindung an vorhandene Software reicht. Erst wenn das nicht der Fall ist, lohnt sich eine eigene Anwendung. Häufig ist die Antwort eine Mischung: Standard für das Übliche, eine eigene Anwendung für das Besondere. Mehr zu dieser Abwägung steht im Beitrag Individualsoftware oder Standardsoftware.
Unser Prozess ist zu speziell. Versteht den ein Externer überhaupt?
Diese Sorge ist verständlich. Wer seit Jahren in einem Betrieb arbeitet, kennt Ausnahmen, Absprachen und Kniffe, die nirgends aufgeschrieben sind. Wie soll jemand von außen das in wenigen Gesprächen erfassen?
Die Antwort: nicht in wenigen Gesprächen am Konferenztisch, sondern am Arbeitsplatz. Wir gehen einen echten Vorgang Station für Station mit den Menschen durch, die ihn täglich erledigen. Dabei zeigt sich, was ein Ablaufdiagramm nie zeigt: Wo jemand etwas von Hand nachträgt, wo eine Information fehlt und wo eine Regel nur im Kopf einer Kollegin existiert.
Gerade die besonderen Prozesse sind der Grund, eine eigene Anwendung zu entwickeln. Ein Ablauf, der in jedes Standardprodukt passt, braucht keine. Dass wir Ihren Prozess anfangs nicht kennen, ist also normal. Entscheidend ist, dass wir ihn verstehen, bevor die erste Zeile Code entsteht, und dass Ihr Team frühe Zwischenstände an echten Vorgängen testet.
Werden wir dann nicht abhängig von Ihnen?
Diese Frage sollten Sie jedem Anbieter stellen, und zwar vor der Beauftragung. Abhängigkeit entsteht selten durch die Technik, sondern durch fehlende Vereinbarungen: Wem gehört der Quellcode? Wer darf die Software ändern? Gibt es eine Dokumentation, mit der auch ein anderes Team arbeiten kann? Und kommen Ihre Daten jederzeit in einem üblichen Format heraus?
Diese Punkte legen wir schriftlich fest, bevor die Entwicklung beginnt: Quellcodeübergabe, Nutzungsrechte, Dokumentation und Datenexport. Dabei trennen wir klar, was für Sie entwickelt wird, von der Grundlage, auf der wir bauen. ElbDesk hat eine eigene Lizenz, die ebenfalls vorab geregelt ist.
Eine gewisse Bindung bleibt bei jeder Software, auch bei Standardprodukten: Wer ein Programm jahrelang nutzt, wechselt es nicht über Nacht. Der Unterschied liegt darin, ob ein Wechsel möglich ist, wenn Sie ihn wollen. Mehr dazu steht im Beitrag Wem gehört die Software?.
Wie fangen wir am besten an?
Mit einem kleinen, klar abgegrenzten ersten Schritt. Statt das ganze Vorhaben auf einmal zu beschreiben, legen wir gemeinsam fest, was die erste Version können muss, und klären Umfang, Aufwand und offene Fragen, bevor Sie die Umsetzung beauftragen. So sehen Sie früh, ob die Zusammenarbeit passt, und die nächsten Schritte richten sich nach dem, was sich im Alltag bewährt.
Wenn Sie wissen möchten, wie das bei Ihnen aussehen könnte, sprechen Sie uns an. Ein erstes Gespräch klärt meist schon, ob eine eigene Anwendung der richtige Weg ist oder ob ein vorhandenes Programm mit einer Anbindung reicht.
